Am Montag, 18.5. fuhr uns der Bus,  nachdem er an den verschiedenen Haltestellen unsere Mitreisenden aufgenommen hatte, zum Flughafen nach Frankfurt. Mit der rumänischen Fluggesellschaft Tarom flogen  wir am Vormittag mit einem modernen Airbus nach Bukarest. Unser Reiseleiter, Herr Safta , nahm unsere Reisegruppe, bestehend aus 23 Personen am Flughafen in Empfang. Auf der Fahrt, in einem großzügigen 55 Sitzplätze bietenden Mercedes-Reisebus , in die Südkarparten erhielten wir weitere Reiseunterlagen inkl. jeweils einer Rumänienlandkarte ausgehändigt. Herr Safta machte sich die Mühe, bei  jedem Reiseteilnehmer, der dies wollte, die Fahrstrecke in der Landkarte zu markieren. Diesen Service bot Herr Safta täglich an. Schon bald kamen die Südkarparten, mit ihren teilweise  noch Schnee bedeckten Gipfeln in Sicht. Natürlich erhielten wir während der Fahrt, die auf gut ausgebauten Landstraßen erfolgte, erste Informationen über das Land und die Einwohner. Am frühen Abend erreichten wir  unser vier- Sterne-Hotel „Orizont“ in Predeal. Beeindruckt waren wir vom Ambiente dieses Hauses, das überwiegend als Ski-Hotel genutzt wird. Die Lobby, Speisesäle aber auch die verschiedenen Bar-Bereiche waren in schwarzem Marmor gehalten. Von einer Bar aus konnte man, von oben herab, Einsicht auf das großzügige Hallenbad nehmen. Es versteht sich von selbst, dass auch Mitglieder unserer Reisegruppe vom Spa - und  Wellnessangebot gebrauch machten. Das Abendessen, als 3-Gänge-Menü serviert, gab zu keiner Beschwerde Anlass.

Der  2. Reisetag begann mit der Fahrt nach Prejmer (Tartlau ). Hier konnte eine besonders gut erhaltene und mächtige Kirchenburg besichtigt werden. Die Kirche mit dem berühmten Altar, die Wehrgänge und die ehemaligen Wohnräume der Dorfbewohner konnten begangen und bestaunt werden. Diese Kirchenburg ist eine der östlichsten in diesem Teil Siebenbürgens. Auffällig war, wie gepflegt und sauber der gesamte Ort war. Dies sollte uns in den zu besuchenden Orten und Städten immer wieder ins Auge stechen. Am späten Vormittag kamen wir in Brasov ( Kronstadt ) an. Hier bauten die Kronstädter Sachsen den größten gotischen Sakralbau Osteuropas, die „ schwarze Kirche“. Im Inneren der Kirche befinden sich die größte Ausstellung  anatolischer Teppiche außerhalb der Türkei und die größte mechanische Orgel Rumäniens.  Während der sich anschließenden Stadtführung beeindruckte besonders das 1420 erbaute Rathausgebäude und der großzügige Rathausplatz der von mehreren Baukolonnen restauriert wurde. In den Randbereichen dieses Platzes lud eine Vielzahl von Lokalitäten zum Mittagesse nein, das bei schönstem Sonnenschein und Temperaturen von über 25 Grad genossen wurde. Zur letzen Station dieses Tagesging es nach Bran (Törzburg ). Die Burg Bran wurde von den  Kronstädter  Sachsen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gebaut und diente damals sowohl als Wach-und Verteidigungsburg, sowie als Zollpunkt für den Grenzübergang zwischen Siebenbürgen und der Walachei. Auch wenn die Burg mit dem historischen „Dracula“ – dem walachischen Fürsten Vlad Tepes ( der Pfähler ) – nichts zu tun hat, ist sie heute auch als „ Burg Dracula“ bekannt.

Mit der Fahrt entlang der  Forgarschen Berge begann der 3. Reisetag.  Diese schöne Route, führte durch eine Region , die auch die „ Alpen Rumäniens “  genannt werden. Für alle Reiseteilnehmer  überraschend, da nicht im Reiseprogramm aufgeführt , wurde zuerst die Stadt Sibiu durchfahren um anschließend gemeinsam ein Mittagessen auf einemBauernhof einzunehmen. Alle waren von dem guten Essen und der Gastfreundschaft angetan. Wohl  gestärkt und um eine Erfahrung reicher ging  es dann nach Sibiu ( Hermannstadt ). Sibiu zählt zu den ältesten Städten in Siebenbürgen und wurde von den deutschen Kolonisten, später Siebenbürger Sachsen, gegründet. Schon Ende des 12. Jahrhunderts war die Stadt eine der wichtigsten Handelsstädte, aber auch für die vielen und wichtigen Zünfte bekannt. Noch heute sind die verschiedenen Zunftbänke Bestandteil der Kirche in Sibiu. Eine Besichtigung der Kirche ist sehr empfehlenswert. Während des Stadtrundgangs konnten die Reste der Wehranlagen und die wunderschön restaurierte Altstadt inkl. der sogenannten „Lügenbrücke“ besichtigt werden. Ausreichend Zeit verblieb danach für einen persönlichen kleinen Stadtbummel. Das Abendessen fand in einem separaten Teil des Hotels , der rustikalen Cabana „Miorita“, untermalt mit folkloristischer Live-Musik, statt.  Ein glänzender Abschluss eines wunderschönen Tages.

Der  4. Reisetag, an dem die längste Reisestrecke zurückgelegt  wurde, führte in seiner ersten Etappe nach Sinaia. Dort residierte die rumänische Königsfamilie, die aus der Hohenzollern – Sigmaringen Familie stammte,  in ihrer Sommerresidenz. Das Schloss Peles wirkt fast märchenhaft und  fügt sich herrlich in die Natur und das Gesamtensemble verschiedener  Schlösser und Wirtschaftsgebäude ein. Ein Kleinod, das bei keiner Besichtigung fehlen darf. Auf der Fahrt durch die walachische Tiefebene, über Galati an der Donau erhielten wir von unserem Reiseleiter ( einem der  besten seiner Zunft ) vertiefende Einblicke über die Geschichte, das Leben, die Kultur und die verschiedenen Volksstämme in Rumänien. Am Nachmittag Ankunft in Tulcea und Zimmerbezug im Hotel “ Delta „, wunderschön gelegen am Ufer der Donau.

5. Reisetag, UNSECO Naturerbe Donaudelta. Vom Hotel aus erreichten wir in zwei Gehminuten unser Schiff, mit dem wir zu einer 6-stündigen Fahrt ins Donaudelta aufbrachen. Nach kurzer Fahrt auf der Donau , man kann es kaum glauben, die hier nur noch ein Drittel ihres Wassers führt, da zuvor zwei Drittel in das Delta einfließen, und immer noch ein mächtiger Strom ist, der von Meeresschiffen befahren wird, bogen auch wir in das Delta ein. Dass es sich hierbei um das größte zusammenhängende Schilfgebiet der Welt handelt, glaubt man sofort wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat. Die im Reiseprospekt beschriebene Vielfalt der unzähligen Fisch – und Vogelarten traf vollständig zu. Entspannend und kurzweilig war das leise gleiten unseres Boots durch das Delta. Ständig waren neue Eindrücke aufzunehmen. Dieser wunderschöne Tag, bei Sonnenschein und ohne störende Fliegen und Schnaken, wird bei allen Reiseteilnehmern unvergesslich bleiben. Nach der Rückkehr  in Tulcea stand noch der  Besuch des Donaudelta-Museums auf dem Programm. Hier konnten die schon vorhandenen Eindrücke weiter vertieft werden. Im Anschluss an das Abendessen nutzte der Großteil unserer Gruppe, die Möglichkeit zu einem Spaziergang an der Uferpromenade. Der Abschluss fand im Außenbereich des Hotels statt, der sich bei schönster Sitzgelegenheit, bester Bedienung und einem wunderbar warmen Abend bis Mitternacht hinzog.

Am 6. Reisetag fuhren wir durch die walachische Tiefebene über die neu fertiggestellte Autobahn nach Bukarest. Beeindruckt waren wir von der Größe der landwirtschaftlichen Felder, die alle bestellt waren und sich bis zum Horizont hinzogen. Dass diese Region als Getreidekammer Europas bezeichnet wird war unschwer zu assoziieren . Nach ca. 4 Stunden Fahrt erreichten wir Bukarest. In einem Land der Kontraste zeigte die Hauptstadt Rumäniens eine nicht zu erwartende Vielfalt an Eindrücken. Dass seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Bukarest auch als „ Klein-Paris des Ostens“ bezeichnet wurde ,  ließ sich leicht nachvollziehen. Gebäude, die nach Plänen französischer Architekten entstanden sind, Fassaden im typisch französischen Stil, breite Boulevards und viele Parks rechtfertigen diesen Beinamen. Im krassen Gegensatz zu diesem wunderschönen Baustil stehen die Kanäle die Bukarest durchziehen. Gradlinige Betonkanäle, die nicht beschiffbar sind, ziehen sich öde und abstoßend durch die Stadt.  Am Nachmittag erfolgte eine ausführliche Stadtbesichtigung. Die Altstadt mit den Ruinen des ehemaligen Fürstenhofs und die Patriarchenkirche fanden unsere besondere Aufmerksamkeit. Eine Innenbesichtigung des Parlamentsgebäudes folgte danach. Hierbei handelt es sich, nach dem Pentagon in den USA, um das zweitgrößte Gebäude der Welt. Müßig zu erwähnen, dass es sich hierbei um ein Gebäude aus der  Caucescu-Ära handelt. Nach dem Hotelbezug ging es nochmals in die Altstadt Bukarests. Ein rundum gelungenen Abschiedsabend verbrachte unsere Reisegruppe im wunderschönen,  rustikalen Altstadtrestaurant „  Caru cu bere“ . Dieses Lokal erhielt die Auszeichnung „ Gasthaus des Jahres 2014“ in Rumänien. Nach unserer Meinung wurde diese Auszeichnung zu Recht vergeben. Gutes Essen, kühle Getränke und ein flotter, freundlicher Service in einem wunderschönem , historischen Ambiente machen dieses Lokal zu einer absoluten Empfehlung.

Vor unserem Heimflug, am Nachmittag unseres letzten Reisetages, konnte jeder nochmals die Altstadt auf eigene Faust erkunden.

 Unser Busfahrer , der stets sicher und ohne kritische Situationen fuhr, erhielt selbstverständlich ein ordentliches Trinkgeld von der Volksbank. Ein ebenso üppiges Trinkgeld erhielt unser Reiseleiter, der sich mit seiner stets guten Laune, seiner Freundlichkeit  und seiner  Hilfsbereitschaft, gepaart mit einem enormen Wissen, sich dies auch redlich verdient hatte. Mit völlig neuen Eindrücken und einer deutlich veränderten Meinung über Rumänien, kehrte die Gruppe wohlbehalten zurück.

Ein besonderer Dank gilt es der Firma IC Touristik, Remagen – Frau Böhme , auszusprechen. Diese hat  uns bei der Vorbereitung der Reise beraten und die Reise entsprechend organisiert.

Jürgen Schmitt